Arctic Silver III vs. Arctic Silver II

Autor: Daniel Waadt

Erstellt am: 24.02.2002

Vorwort:

Eine Wärmeleitpaste trägt entscheidend zur Kühlung des Prozessors bei. Da die Bodenplatte eines Kühlers nicht hundertprozentig plan ist, kann die Wärme nicht gut genug abgeleitet werden. Um einen optimalen Kontakt zwischen Kühlkörper und Prozessor-Kern (DIE) herzustellen, empfiehlt es sich, eine Wärmeleitpaste zu verwenden. Selbst der Kauf eines besseren Kühlers bewirkt in den meisten Fällen nicht so viel, wie der Einsatz von Wärmeleitpaste.

Vor kurzem ist der Nachfolger der sehr beliebten Arctic Silver II Wärmeleitpaste erschienen. Wir haben die Arctic Silver III mit der Arctic Silver II Wärmeleitpaste verglichen und zudem getestet, wie gut die Kühlleistung ohne Wärmeleitpaste ist. Dabei haben wir alle Tests mit einem Kühler aus Kupfer (Heat Pipe HHC-001) und einem Kühler aus Aluminium (Swiftech MCX370) durchgeführt.

An dieser Stelle möchten wir uns bei Maik Schöphörster von ComTra.de bedanken, der uns diese Wärmeleitpasten freundlicherweise zugeschickt hat.

 

Zusammensetzung:

Laut Herstellerangaben besteht die Wärmeleitpaste aus 99,9 Prozent reinem Silber. Die Arctic Silver III Wärmeleitpaste hat damit eine Wärmeleitfähigkeit von 9,0 W/mK. Der Hersteller weist darauf hin, dass die Wärmeleitpaste erst nach einem Betrieb von mindestens 72 Stunden die volle Wirkung entfalten kann. Aus Zeitgründen konnten wir dies bei unserem Test nicht berücksichtigen.

Vergleich

Menge     Elektrisch leitfähig    Anwendungen    Preis
Arctic Silver II 3,0g Nein Ca. 20x Nicht mehr erhältlich
Arctic Silver III             3,0g Nein Ca. 20x 10.- Euro

Optisch sind die beiden Wärmeleitpasten kaum unterscheidbar.

 

Anwendung:

Wie auf dem unteren Bild zu sehen ist, wird eine geringe Menge an Wärmeleitpaste auf die DIE aufgetragen. Dabei sollte man beachten, dass nicht zuviel Wärmeleitpaste aufgetragen wird, da dies die Kühlleistung negativ beeinflusst, indem sich die Wärme anstaut. Die Wärmeleitpaste sollte möglichst gleichmäßig verteilt werden. Zur Not kann die Wärmeleitpaste mit dem Finger verstrichen werden. Noch besser eignet sich dazu ein Taschentuch, oder ein Papierstück. Mit einem Schraubenzieher sollte man dagegen sehr vorsichtig umgehen, da damit der Prozessor sehr leicht beschädigt bzw. verkratzt werden kann.

Zuviel Wärmeleitpaste bewirkt einen negativen Effekt.

 

Test-Setup & Ergebnisse:

Die Testvorgänge wurden im Leerlauf-Betrieb und bei Volllast durchgeführt. Dabei eignete sich das Programm RC5 (vergleichbar mit Seti@home) hervorragend, um Volllast herbeizuführen. Alle Tests dauerten jeweils 60 Minuten. Als Mainboard kam das Asus A7V133 zum Einsatz. Ein Kupferspacer wurde bei jedem Test verwendet.

Bei diesem Test ist ein AMD Athlon mit 1200 MHz zum Einsatz gekommen. Wir haben uns nicht für den Duron mit 750 MHz entschieden, den wir auch bei den Kühlertests verwenden, da die DIE beim Duron deutlich kleiner ist und demzufolge die Kontaktfläche, auf der die Wärmeleitpaste aufgetragen werden kann, geringer ist.

Die Wärmeleitpasten wurden mit zwei unterschiedlichen Kühlkörpern getestet, wobei der verwendete Lüfter bei beiden Kühlern identisch war. Hier haben wir uns für den sehr leisten YS-Tech Ultra Silent Lüfter mit etwa 2700 Umdrehungen pro Minute entschieden.


 

 

 

Fazit:

Dieser Test hat einmal mehr gezeigt, wie positiv die Kühlleistung durch den Einsatz von Wärmeleitpaste beeinflusst werden kann. Etwas enttäuschend fiel dagegen der Vergleich zwischen der Arctic Silver III und der Arctic Silver II aus. Beide Wärmeleitpasten erzielten sowohl im Leerlauf-Betrieb, als auch bei Volllast absolut identische Messergebnisse. Nach unserem Test ist die Arctic Silver III nicht besser, aber auch nicht schlechter als der Vorgänger. Die Arctic Silver III und weitere Wärmeleitpasten sind in dem Online-Shop ComTra.de erhältlich.

Eine Grafik mit den Messergebnissen einer anderen Konfiguration findet ihr unter diesem Link. Dabei haben wir einen stärkeren Lüfter mit 6800 U/Min verwendet und den Athlon von 1200 MHz auf 1400 MHz übertaktet. Aber auch hier zeigt sich das gleiche Bild. Es kann also kein Zufall gewesen sein, dass beide Wärmeleitpasten im Test von der Leistung her identisch waren.

 

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