AGP in der Praxis:
Was bringt AGP 4x oder 256 MB Graphics Aperture Size?

Autor: Daniel Waadt

Erstellt am: 13.04.2002

Vorwort:

Viele werden sich sicherlich schon gefragt haben, ob die Einstellung "AGP 4x Mode" im Bios Einwirkungen auf die Performance bei PC-Spielen hat. Um das herauszufinden, haben wir mit Hilfe von fünf Benchmarks die Einstellungen "4x", "2x" und "1x" getestet. Außerdem haben wir getestet, wie schnell das System mit 32 MB bis 256 MB "Graphics Aperture Size" ist.

Schon 1996 begann Intel mit der Entwicklung des Accelerated Graphics Port (AGP). Der Steckplatz ist ausschließlich für Grafikkarten geeignet, basiert aber trotzdem auf dem PCI-Bus. Über den AGP-Bus kann die Grafikkarte Texturen im Arbeitsspeicher speichern. Das heißt, der Prozessor und der Grafikchip können gleichzeitig auf den Arbeitsspeicher zugreifen. AGP macht also vor allem bei Spielen mit großen Texturen Sinn. Bis heute profitieren kaum Spiele von AGP. Trotzdem konnte sich AGP durchsetzen, denn es werden fast nur noch AGP-Grafikkarten gebaut. Der AGP-Bus arbeitet mit einem Takt von 66 Megahertz, während der PCI-Bus mit 33 MHz läuft. Da der AGP-Bus ausschließlich für Grafikkarte gedacht ist, kann die Grafikkarte die gesamte Bandbreite nutzen.

 

Tuning per Bios:

Im Bios kann die "AGP 4x Mode" eingestellt werden (vorausgesetzt das Mainboard unterstützt diese Funktion). AGP 1x ermöglicht einen Datendurchsatz von bis zu 266 MByte pro Sekunde, während mit der Einstellung AGP 2x schon eine Transferrate von etwa 533 MByte pro Sekunde möglich ist. Mit AGP 4x verdoppelt sich der mögliche Datendurchsatz quasi noch einmal. Dabei sollte jedoch beachtet werden, dass diese Einstellung die Stabilität des Systems stark beeinflussen kann. Doch dazu später mehr.

 

Bei der Option "Graphics Aperture Size" kann eingestellt werden, wie viel Platz für Daten der Grafikkarte im Arbeitsspeicher verfügbar sein sollen. Vor allem bei Onboard-Grafikkarten (Grafikchip auf dem Mainboard),  kann diese Einstellung für einen Performanceschub sorgen. Bei machen Spielen, wie beispielsweise bei Unreal Tournament, tritt ein starkes Ruckeln auf, falls ein zu hoher Wert gewählt wird. Das ist jedoch von Computer zu Computer unterschiedlich.

 

Test-Rechner:

- Grafikkarten:  Gainward Geforce4 Ti 4600 (128 MB DDR-RAM)
   
- Treiber:  Detonator 28.32 (offiziell)
   
- Prozessor:  Athlon C 1200 MHz (9.0x133)
- Mainboard:  Asus A7V133
- Arbeitsspeicher:      512 MB RAM (Infineon)
   
- Betriebssystem:  Windows XP Professional
   

 

 

Getestet wurde mit einer Geforce4 Ti 4600 (von Gainward)

 

Aquanox:

Massive Development hat für Aquanox eine eigene Grafik-Engine entwickelt (Krass-Engine), die spektakuläre Effekte bietet und grafisch kaum Wünsche offen lässt. Der Unterwasser-Shooter hat leider keinen eigenen Benchmark integriert. Mit Hilfe einer Zwischensequenz ist es jedoch möglich, die Geschwindigkeit der Treiber zu messen.

 

 

 

Comanche4:

Novalogic setzt auch bei Comanche4 noch auf die Voxel-Engine, welche auch bei Delta Force zum Einsatz kommt. Diese Engine ist sehr prozessorlastig, was man auch an den Benchmark-Ergebnissen unschwer erkennen kann. Bei Comanche4 spielt die Grafikkarte also nur eine untergeordnete Rolle, da sich der Prozessor um die meisten Aufgaben kümmern muss.

 

 

 

Serious Sam 2:

Das kroatische Entwicklerteam Croteam hat bei Serious Sam 2 die Engine noch weiter verbessert. Dieses Spiel eignet sich hervorragen dafür, um die OpenGL-Leistung zu ermitteln. Für den Benchmark haben wir die Szene "Cooperative" gewählt

 

 

 

Jedi Outcast:

Jedi Outcast ist der Nachfolger von dem in Deutschland indizierten Spiel Jedi Knight. Das erst vor kurzem erschienen Spiel setzt auch auf die Q3-Engine von id Software. Im Gegensatz zu Q3 sind die Frameraten bei diesem Spiel deutlich niedriger. Deswegen spielt hier auch der verwendete Prozessor eine große Rolle. Der Benchmark wurde mit der Szene "JK2FFA" durchgeführt (siehe Screenshots unten).

 

 

 


 

Fazit:

Dieser Test hat gezeigt, dass heutzutage kaum Spiele von AGP 4x profitieren. Auch die Wahl des Graphics Aperture Size hat bei den meisten Spiele keine Einwirkung auf die Performance. Lediglich bei Aquanox waren durch diese Einstellungen extreme Performance-Unterschiede möglich. Aquanox war jedoch auch das einzige Spiel im Test, dass bei der Einstellung AGP 2x und AGP 4x Probleme bereitete. Beim Ladevorgang des Levels stürzte das Spiel sehr oft ab. Oft war es erst nach vielen Versuchen möglich einen Benchmark-Ablauf durchzuführen. Bei der Einstellung AGP 4x und einer Graphics Aperture Size von 256 MB gelang es uns schließlich nicht einen Benchmark durchzuführen, da hier Aquanox permanent abstürzte. Ob Aquanox auch auf anderen Computern mit diesen Stabilitätsproblemen zu kämpfen hat, können wir momentan nicht sagen. Wer also bei Spielen mit Stabilitätsprobleme zu kämpfen hat, sollte auf jeden Fall mal versuchen den AGP-Modus 1x zu wählen. Die Benchmarks zeigten, dass dies nur bei Aquanox zu Performance-Einbußen führt.

Bei diesem Test haben wir bewusst darauf verzichtet mit hohen Auflösungen zu benchen, da dies nicht mehr praxisnahe gewesen wäre. Trotzdem kann ich euch eine "Stichprobe" verraten. Bei Q3 und bei einer Auflösung von 1600x1200 ergab sich zwischen AGP 1x und AGP 4x, zugunsten von AGP 4x, ein Unterschied von 2 fps. Bei Serious Sam 2 veränderte sich dagegen bezüglich der Frames auch bei einer Auflösung von 1600x1200 nichts (jeweils mit AGP-Size von 128 MB ermittelt).

 

 

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